Bärwurz – meine lange Geschichte.

Bärwurz ist Sinnbild periodischer Erneuerung und gilt deshalb als Jungbrunnen. Über die Herkunft des Namens war man sich schon im Mittelalter nicht einig. Für manche kam er von der Ge<<bär<<mutter, andere vermuten einen Zusammenhang mit dem echten Bären, an dessen zottiges Fell die Wurzelanhänge erinnern und der mit Vorliebe nach der Wurzel grub und das fenchelähnliche Laub verzehrte. Seit dem Mittelalter wird die Bärwurz in Klostergärten gezogen. Bei allen Pflanzen, die das Wort „bär“ in sich tragen, handelt es sich um ganz besonderes Kräuter, die die Kraft und Stärke des großen Bruders in sich tragen und starke, erneuernde Wirkmechanismen aufweisen.

Bärwurz – meine kleine Persönlichkeit.

Der Bärwurz auch Bärendill oder Wilder Fenchel genannt gehört zur Familie die Doldengewächse und ist eine mehrjährige Pflanze, welche eine Wuchshöhe bis zu 60 cm erreichen kann. Die Pflanze mag einen mageren Wiesenboden und viel Sonne. Man findet sie auf Bergwiesen, Magerrasen, kalkarmen, mäßig sauren Böden im höheren Mittelgebirge. Wegen der Verwechslung mit anderen giftigen Doldenblütlern sollte man sich beim Sammeln ganz sicher sein. Die äußerst feingliedrigen, dunkelgrünen Blätter riechen beim Zerreiben stark nach Anis. Über die Wurzel befindet sich ein dunkler Haarschopf. Die Blätter der Pflanze sind fein gefiedert, dunkelgrün und ab August verfärben sie sich.

Bärwurz – so erntest Du mich richtig.

Sellerie-, fenchel-aromatische Pflanze für Salate, Gemüse und Gewürze. Ihr Grundgeschmack ist aromatisch duftend. Die feingliedrigen, schönen Blätter kann man von April bis Mai als Suppenbeigabe nutzen. Noch weiche Blätter findet man auch während und nach der Blütezeit, bis in den September hinein. Die ausgereiften Früchte kann man ebenfalls als Aroma einsetzen, auch als Trockengewürz. Ein pikantes, sellerieähnliches Kochgemüse liefert die Wurzel junger Pflanzen im Herbst und im Frühjahr vor der Blüte. Die Blütenstände von Mai bis Juni und fleischige Blütenstielknospen im April bereichern mit ihrem pikanten Aroma Hackkräutermischungen und Salatspeisen.

Bärwurz – meine positive Heilwirkung auf Deine Gesundheit.

Volksheilkundlich wurde der Bärwurz zur Verdauungsförderung, bei Menstruationsbeschwerden, nervösen Herzbeschwerden und bei Altersschwäche eingesetzt. Aus der Wurzel kann ein Tee bereitet werden. Bekannt ist außerdem die Anwendung in Kräuterschnaps. Beide Darreichungsformen wirken auch auswurffördern und sind bei Blasenbeschwerden hilfreich. Die Wurzel wird bei Altersschwäche eingesetzt, und zwar pulverisiert oder getrocknet als Absud. Der Tee aus der Wurzel wirkt heilsam auf die Magenwände. Als Mittel gegen manche Hautausschläge macht man Bärwurzwasser aus den feinen, gefiederten frischen Blättchen. Dazu das Kraut entweder kalt ausziehen lassen oder einen Aufguss herstellen. Die Wurzel, mitsamt einigen Blättern als Mus gegessen, soll ein Potenzmittel sein, zumindest schwört man gerade in schweizerischen und Südtirols Bergregionen darauf.

Hildegard von Bingen kannte mich auch.

Der Bärenfenchel ist warm und hat trockene Grünkraft. Wer Gicht hat, der esse das Pulver mit Brot und wer Gelbsucht hat, zerstoße die Wurzel in Essig und esse sie so. Dann bereite er auch mit diesem Essig eine Suppe und er wird geheilt werden.

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